650 Jahre Stadt Grafenau

Barock trifft Burg

Schärding & Kašperské Hory

Freundschaft mit Geschichte

Grafenau verbindet mehr als nur eine geografische Nähe mit seinen beiden Partnerstädten Kašperské Hory (Bergreichenstein) in Tschechien und Schärding in Oberösterreich – es ist eine tiefe Freundschaft, gewachsen aus gemeinsamer Geschichte, lebendigem Austausch und kultureller Verbundenheit.

Im Mittelpunkt dieser besonderen Beziehung steht die alte Guldenstraße, ein bedeutender Handelsweg des Mittelalters, über den einst die Säumer das „weiße Gold“ – das Salz – transportierten. Heute lebt diese Tradition wieder auf beim Säumerfest in Grafenau (immer am 1. Samstag im August) und bei den großen gemeinsamen Säumerzügen, die in Jubiläumsjahren symbolisch von Schärding nach Grafenau und über die „Blauen Säulen“ nach Kašperské Hory führen.

 

Ein Ausflug zu den Partnerstädten:

Ob beim Stadtfest, einer Burgführung, einem Spaziergang durch barocke Gassen oder auf den Spuren der Säumer – hier wird europäische Partnerschaft gefeiert und gelebt.

Schärding
Barocke Perle am Inn

Mit Schärding ist Grafenau seit stolzen 50 Jahren verbunden. Die Einfahrt in die Stadt durch das mittelalterliche Linzer Tor ist ein Erlebnis für sich: Dahinter öffnet sich die prachtvolle Silberzeile, eine Reihe farbenfroher barocker Bürgerhäuser mit ihren Zunftzeichen und Zunftfarben, die das Stadtbild prägen. 
Mit der alten Stadtmauer, den vielen Stadttoren, dem Schloss mit Schlosspark und der Orangerie - umgeben von einem herrlichen Barockgarten - sowie der herrlichen Lage am Inn begeistert die Partnerstadt Schärding nicht nur uns Grafenauer!

Kašperské Hory
& die Karlsburg

Seit 35 Jahren besteht die Städtepartnerschaft mit Kašperské Hory, malerisch im Böhmerwald gelegen. Hoch über der Stadt thront die imposante Karlsburg, eine der höchstgelegenen Burgen Böhmens. Die Führungen auf der Burg sind alles andere als gewöhnlich: spannend inszeniert, multimedial gestaltet und ein echtes Erlebnis. Wer den Aufstieg auf den Burgturm wagt, wird mit einem atemberaubenden Panoramablick über den gesamten Böhmerwald belohnt. Besonders beliebt ist auch das Stadtfest in Kašperské Hory – ein Fest der Freundschaft, Musik und Kulinarik.

Partnerschaft

Gemeinsame Projekte

Barockstadt Schärding

Über viele Jahrhunderte hinweg pflegte die Stadt Grafenau enge Handelsbeziehungen zur heutigen oberösterreichischen Barockstadt Schärding am Inn, die früher noch zu Bayern gehörte. Ein zentraler Bestandteil dieses Austauschs war der Salzhandel: In Schärding wurde das „weiße Gold“ auf Saumpferde verladen, die es über die Guldenstraße nach Grafenau und von dort weiter nach Böhmen transportierten. Dieser Handel war entscheidend für den wirtschaftlichen Aufschwung und die Bedeutung Grafenaus in jener Zeit.

Schärding galt dabei als wichtigster Handelspartner der Stadt, was eine enge Verbindung zwischen beiden Orten entstehen ließ. Erst mit dem Niedergang des Salzhandels und der politischen Veränderung im Jahr 1779 – als Schärding von Bayern abgetrennt und Österreich zugeordnet wurde – lockerten sich die jahrhundertealten Beziehungen.

Erst 1976 wurde die historische Verbindung wieder bewusst aufgegriffen: Schärding und Grafenau beschlossen, ihre alte Freundschaft in Form einer offiziellen Städtepartnerschaft neu zu beleben.
Diese Partnerschaft wurde am 5. März 1976 feierlich in Schärding begründet. Eine Woche später, am 14. März, wurde sie durch den Besuch des Schärdinger Gemeinderates beim Festakt zum 600-jährigen Stadtjubiläum von Grafenau weiter vertieft.

Die an diesem Tag von den Bürgermeistern beider Städte unterzeichnete Partnerschaftsurkunde lautet wie folgt:

„Die Stadt Grafenau und die Stadt Schärding am Inn, vertreten durch ihre Bürgermeister, übernehmen am heutigen Tage die feierliche Verpflichtung,
im Geiste der Freiheit miteinander dauernde Verbindung zu halten, den kulturellen Austausch zu pflegen und zu fördern,
die Bande der Freundschaft weiter zu festigen und in echter Zusammenarbeit dem Frieden und Fortschritt zu dienen.
In der heute besiegelten Partnerschaft sollen vor allem auch die jahrhundertealten historischen Beziehungen zwischen unseren beiden Städten ihren Ausdruck finden.“

 

Mit Schärding verbindet die Grafenauer eine 50-jährige Freundschaft – lebendig geblieben durch gemeinsame Erlebnisse wie den Säumerzug, die Neujahrsempfänge und zahlreiche weitere Feierlichkeiten und Treffen.

Förderprojekte

Kašperské Hory im Böhmerwald

Als im Jahr 1990 eine Delegation aus Grafenau ins tschechische Kašperské Hory – zu deutsch Bergreichenstein – reiste, war der Anlass zunächst eher pragmatisch: Man wollte anfragen, ob zum 15. Grafenauer Salzsäumerfest die Salzsäumergesellen erstmals symbolisch den Weg von Osten nach Westen nehmen könnten. Kaum jemand ahnte damals, dass dieser Besuch der Anfang einer lebendigen Städtepartnerschaft sein würde.

Aus diesem ersten Kontakt entwickelten sich schnell zahlreiche weitere Begegnungen. Schließlich fassten beide Stadtparlamente einstimmige Beschlüsse zur offiziellen Städtepartnerschaft. Für Grafenau war dies die zweite Partnerschaft in der Stadtgeschichte – nach jener mit dem oberösterreichischen Schärding.

Was alle drei Städte verbindet, ist ihre gemeinsame Geschichte. In vergangenen Jahrhunderten waren Schärding, Grafenau und Kašperské Hory wichtige Handelsstationen entlang der „Goldenen Steige“, auf der Salz mit Saumtieren durch den Bayerischen und Böhmerwald transportiert wurde. Diese Handelsverbindungen führten zu wirtschaftlichem Aufschwung und enger Vernetzung.

 

Auch historisch stehen Grafenau und Kašperské Hory unter einem besonderen Zeichen: Während Grafenau von Kaiser Karl IV. die Stadtrechte verliehen bekam, stellte derselbe Herrscher das böhmische Bergreichenstein unter seinen persönlichen Schutz. Im Jahr 1356 ließ Karl IV. oberhalb von Kašperské Hory die imposante Karlsburg errichten – als Sicherung der Handelswege und zum Schutz der Goldvorkommen in der Region.

 

Ob bei Besuchen auf der historischen Karlsburg, bei gemeinsamen Säumerzügen, feierlichen Empfängen oder festlichen Anlässen – die Begegnungen zwischen Grafenau und Kašperské Hory haben die Städtefreundschaft stetig vertieft und mit Leben gefüllt.

Säumerpfade 2026 / Interreg Bayern - Cesko / Projekt-ID: BYCZ08-250

PROJEKTBESCHREIBUNG

Zweck dieses Projekt ist es, die historischen Säumerpfade des mittelalterlichen Salzhandels als gemeinsames Kulturerbe erlebbar zu machen. Durch touristische und kulturelle Initiativen werden damit neue Impulse für die Entwicklung der Grenzregion geschaffen.
Das Projekt soll zur Wahrnehmung beider Partner als vernetzte Tourismusregion ohne Sprachbarrieren, mit grenzüberschreitenden Angeboten für Touristen und Einheimische, beitragen.
Das Gesamtziel des Projekts und der Mehrwert ist eine ganzjährige Steigerung der Besucherzahlen bei gegenseitiger Gästegewinung mit nachhaltigen Kultur- und Naturerlebnisangeboten.
Zu den wichtigsten Aktivitäten und Zielen gehören die Schaffung von Informations- und Erlebnisorten zur gemeinsamen Säumergeschichte, wie die Erneuerung und Erweiterung der bestehenden Naturlehrpfade auf beiden Seiten der Grenze, der Aufbau eines neuen Informationssystems einschließlich der digitalen Modernisierung der Tourist-Info-Zentren in beiden Städten.
Im Bereich des nachhaltigen Tourismus generiert das Projekt eine grenzüberschreitende Vernetzung,wodurch auch das Programmangebot, das auf beiden Seite einheitlich beworben werden soll,
miteinander verknüpft wird.
Die Durchführung des Projekts wird zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Region grenzüberschreitend beitragen. Neben den touristischen Akteuren werden auch die Bewohner der Region davon profitieren, indem sie ihre Freizeit auf attraktive Weise in ihrer Heimatregion verbringen können.

Aktuelle Ausschreibungen:

Ansprechpartner:

Rathaus – Geschäftsleiter

Ansprechpartner: Josef Luksch
Telefon: 08552/962313
Straße: Rathausgasse 1
Ort: 94481 Grafenau

Touristinformation

Ansprechpartner: Karin Friedl
Telefon: 08552/962343
Straße: Rathausgasse 1
Ort: 94481 Grafenau

Ehrenamtlich

Ansprechpartner: Karl Matschiner
Telefon: 0160/94678299