650 Jahre Stadt Grafenau

Dreifaltigkeitsweg

Wandern - Lesen - Nachdenken

Ein Geschichts- und Mediationsweg auf den Frauenberg

Die Wallfahrt zum Brudersbrunn blickt auf eine über 200-jährige Geschichte zurück – ausgelöst durch ein tiefgreifendes Erlebnis des Bauern Ambros Roth aus Schlag. Von schwerem Fieber geplagt, wollte er sich in der Ohe das Leben nehmen. Doch sein Versuch scheiterte, er überlebte – und genas auf wundersame Weise. Aus Dankbarkeit errichtete Roth am Brudersbrunn eine Tafel „zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit“. Dies war der Ursprung einer Wallfahrtstradition, die bald zur Errichtung einer Kapelle führte. Jahre später entstand der Kreuzweg von Grafenau hinauf zur Kapelle. Heute lädt der Dreifaltigkeitsweg im Süden von Grafenau dazu ein, Wandern, Lesen und Nachdenken miteinander zu verbinden. Die Strecke führt auf überwiegend naturnahen Waldwegen durch stille, inspirierende Landschaft. Seinen Namen verdankt der Weg dem Dreifaltigkeitsbild in der Wallfahrtskapelle Brudersbrunn. Der Weg beginnt an der Spitalkirche nahe dem Grafenauer Stadtzentrum. Vom Parkplatz am Kurparksee (P1) folgt man der Spitalstraße stadtauswärts bis zur Unterführung, zweigt dort rechts ab und gelangt bald in den Wald. Der Anstieg zum Frauenberg wird von einem historischen Kreuzweg begleitet. Am Ende des Anstiegs erreicht man die Wallfahrtskapelle Brudersbrunn, die herrlich auf einer Waldlichtung steht – ein Ort der Stille, des Gebets und der Dankbarkeit. Der Platz ist auch Schauplatz einer alten Sage: Drei Brüder, durch die Wirren des Krieges getrennt, sollen sich hier überraschend wiedergefunden haben. Aus Freude über ihre Wiedervereinigung errichteten sie eine Kapelle und fassten die Quelle in einen Brunnen. Die Kapelle wird seit vielen Jahren mit großem Engagement vom Ritterwaldverein gepflegt und erhalten – ein Zeichen lebendiger Heimatverbundenheit und gelebter Tradition.

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